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Donnerstag, 31. Dezember 2015

Rega RP1 Tweaks

Über einige Besonderheiten des Rega RP1 - oder besser: Eigenarten - hatte ich hier kürzlich berichtet. Die Verwendung der Korkmatte statt der Filzauflage ist für mich ein irreversibler Schritt, denn diese bringt eine deutlich bessere Auflösung. Allerdings ist die Korkmatte dicker als die Filzauflage, so dass sich der Arm während des Abtastens nun nicht mehr in völlig waagerechter Lage befand, sondern (übertrieben gesagt) eher wie Usain Bolts Arm beim Feiern eines weiteren Sieges in einem 100m-Finale gen Himmel ragte... Eine direkte Höhenverstellung des Arms ist nicht möglich, außer mit so genannten "Spacern", also kleinen Distanzplättchen, die unter den zu lösenden Lagerbock geschoben und mit verschraubt werden. Diese gibt es z.B. als Set in den Stärken 0,5 mm, 1,0 mm und 2,0 mm bei PhonoPhono in Berlin für ca. 30 Euro. Die Schrauben müssen nicht komplett entfernt werden, da die Spacer geteilt sind und so zwischen die Schrauben unter den Lagerbock geschoben werden können. Da die Plättchen kombinierbar sind, ist so eine zusätzliche Höhe bis zu 3,5 mm möglich. Im Falle der Korkmatte war das 1,0 mm Plättchen ideal.


Distanzplättchen in 1,0 mm Stärke (roter Pfeil)


Perfekt waagerechter Arm

Was ich ebenfalls ausprobiert habe ist der "weiße Riemen" von Rega, den es in der Bucht bei englischen Anbietern als Originalware sogar für unter 30 Euro gibt. Der soll gegenüber der mit dem Dreher ausgelieferten schwarzen Variante durch bessere Fertigungsqualität für mehr Ruhe und besseren Gleichlauf sorgen. Ich war zugegeben ursprünglich skeptisch, musste aber feststellen, dass der Plattenteller nun tatsächlich etwas ruhiger und gleichmäßiger läuft. Welten sind es aber nicht, die zwischen dem schwarzen und dem weißen Riemen liegen.


Der schwarze wird durch einen weißen Riemen ersetzt

Unter dem Strich ist es schon erstaunlich, auf welches Qualitätsniveau sich ein einfaches (Einsteiger-)Brett wie der Rega RP1 durch einige kleine Tweaks hieven lässt. Ich bleibe dabei: Für einen merklichen und damit lohnenden Qualitätssprung muss man schon einen knapp vierstelligen Betrag für Dreher, Arm und Tonabnehmer investieren.