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Mittwoch, 25. November 2015

Seas Exotic F8 X1-08

Mittlerweile ist der Seas Exotic F8 Vollbereichsbreitbänder ja schon so etwas wie ein moderner Klassiker geworden. ALNICO-Magnet, klassischer 8-Inch-Treiber, Papierkonus mit Papyrusfasern sowie kleinem HT-Schwirrkonus, Freiluftresonanz 32 Hz, Impedanz von 8 Ohm, Qts von 0,44 und ein relativ ausgewogener Frequenzgang ohne Sauereien. Und anständigem Wirkungsgrad. Breitbandherz was willst du mehr!

Leider (natürlich!) braucht dieser "Zwanziger" sehr lange, bis er so richtig eingespielt ist. Sehr, sehr lange sogar, überschlägig ca. 500 Betriebsstunden, bis sich nichts mehr ändert. Zum Einspielen habe ich wieder einmal den Breezer-Gehäuseentwurf der K+T bemüht und dieses Mal exakt die Originalmaße verwendet sowie 15 mm Birke MPX. Das Chassis habe ich aus Faulheit nicht einmal eingesenkt. Selbst das "Finish" steht bis heute aus, ich war einfach zu neugierig und habe die Treiber gleich reingeschraubt. Die Büchse(n) OSMO Dekorwachs sind also immer noch verschlossen. Eine Entzerrung gibt es natürlich auch nicht, allein der Gedanke daran ist frevelhaft...

Da die Einspielphase seit geraumer Zeit vorüber ist, erwächst so langsam der Gedanke eines für diesen Treiber optimalen Gehäuseentwurfs. Der dank AJHorn auch schon längst "in der Schublade liegt". Mich hat es schon erstaunt, wo manch einer dieses Treiberjuwel so reinschraubt: in geschlossene Gehäuse, in Hörnchen... au Backe!

Natürlich interessiert mich brennend, wie der Exotic in "meinem" Gehäuse performt. Aber ich komme einfach nicht weg vom Hörplatz! Zu zufrieden lässt sich so hören, so dass Säge, Hobel, Zwinge, Holzleim & Co. zunächst weiterhin ein arbeitsfreies Dasein fristen. Wird schon, irgendwann...

Kurzum: Der Seas Exotic F8 ist aus meiner Sicht der beste am Markt verfügbare Breitbänder überhaupt. Und zwar, weil er ohne gravierende Schwächen daherkommt und den bestmöglichen Kompromiss bietet. Er stellt dank seiner Hochtonglanzlichter z.B. die diesbezüglich doch etwas limitierten PHY-HP Breitbänder in den Schatten. Andererseits schwächelt er im Bass nicht so sehr wie z.B. Treiber von Lowther oder Voxativ, die i.d.R. auf eine Hornkonstruktion angewiesen sind und zudem aufgrund ihrer Unausgewogenheit doch eine (kleine) Entzerrung benötigen.

Wie auch immer - letztlich natürlich alles eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Seas Exotic BB lassen sich übrigens selbst mit einer 2 Watt-Triode ansteuern, ohne dass man etwas vermissen würde. Gut, brachiale Dynamik ist so nicht möglich - dafür braucht es dann brutale "20+" Watt aus einer EL34 in Push-Pull-Anordung und (Pseudo-)Triodenschaltung: